Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Rückblick: die besten Kameras für Streetphotography / Strassenfotografie

Posted by

Mit welchen Kameras habe ich in den letzten 5 Jahren die besten Fotos im Bereich Streetfotografie gemacht?

Da lohnt sich schon ein Rückblick.

Die Kameras, mit denen ich rückblickend persönlich am besten und am erfolgreichsten war:

  • Olympus E-PL1 – immer zuverlässig, stabil und qualitativ gut, sogar mit Kitobjektiv
  • Olympus E-PM1 mit dem Zuiko 17mm F2.8 – sehr schneller Autofokus
  • Olympus XZ-1 als sehr zuverlässige und liebgewonnene Arbeitskamera
  • Nikon D3100 mit dem Nikkor 35mm F1.8 – gute und günstige Kombination für Bokeh-Fotografie
  • Nikon P500 – der Sensor macht/malt wunderbare Fotos, der Monitor ermöglicht jede Perspektive
  • Casio EX-ZR200 – schneller für Street braucht man nicht

Es ist eine Mischung aus Kameras mit Sucher und Kameras ohne Sucher. Alle Kameras sind schon mehrfach von den Herstellern durch neuere Modelle abgelöst worden. Aber sie waren – und sind – einfach gut.

Davor waren es die

  • Olympus C70 Zoom (mit Sucher)
  • Ricoh GX200 (mit und ohne Aufstecksucher)
  • Olympus E400/E410 (mit Sucher)
  • Canon Ixus 900 (mit Sucher)
  • Leica CL (analog mit Messsucher/Rangefinder)

Alle Kameras ohne Sucher waren weniger zum gestalteten Fotografieren mit Bokeh nutzbar aber immer für die Wahl des richtigen Ausschnitts.

Alle hier aufgeführten Kameras waren bei meinem Einsatz

  • fokussicher
  • schnell startbereit
  • verläßlich auch beim Akku

Nun ist so ein Artikel ja völlig subjektiv.

Aber ich muß sagen, es war so nach meinen Erfahrungen. Damit will nicht sagen, dass alle anderen Kameras nicht dafür geeignet sind.

Ich habe lange mit einer Leica M6 gearbeitet und später mit der Lumix DMC-L1 (Digilux 3). Aber die Kameras waren für meine Hände und mein Handling bei Strassenfotografie nicht optimal im Bereich des schnellen Fotografierens. Griffiger und kleiner war für mich besser.

So wurden meine Ansprüche,

  • mein Herausziehen,
  • Festhalten und
  • Fokussieren

durch die oben genannten Kameras am besten erfüllt. Dabei fotografiere ich lieber mit Kameras, die einen Sucher haben, weil ich dann bei der Wahl des Bildausschnitts und bei der Gestaltung mit Bokeh richtig arbeiten kann.

Aber heute ist eben auch das Hinhalten und Abdrücken ein Teil der fotografischen Wirklichkeit. Dies erfüllt nicht alle Ansprüche, die ich selbst für gute Strassenfotografie (Fineart-Streetphotography) formuliert habe.

Heute kann man

  • das Foto per Software noch mit Bokeh versehen,
  • das Foto farblich neu gestalten
  • wenn es für das Web ist jede Art von Bildauschnitt wählen

und noch einiges mehr.

So ist der pure Fotospass jederzeit möglich und nur durch die eigenen Kenntnisse beschränkt.

Und heute?

Was würde ich heute (2014) kaufen?

Heute würde ich mir eine Fuji X10 (mit Sucher) und eine Olympus XZ-10 (ohne Sucher) oder eine Lumix LF-1 kaufen.

Warum?

Fotografische Gründe

  • Ich habe kleinere Sensoren mit ihrer größeren Schärfentiefe im Bereich der Strassenfotografie schätzen gelernt, wenn ich eine Situation komplett zeigen will.
  •  Gestaltung mit Bokeh und Freistellen setzt größere Sensoren voraus. Eine Brennweite um die 50mm umgerechnet auf das Kleinbild ist dann ideal. Kameras wie die Ricoh GR oder die Coolpix A haben aber in diesem Fall nur 28mm, so daß ich damit so nicht optimal ausgestattet wäre. Da wäre das 20mm/F1.7 Objektiv  und ein MFT-Gehäuse besser oder das 35mm/F1.8 von Nikon oder ein 18,5mm/F1.8 Objektiv mit Gehäuse für die Nikon 1.

Technische Gründe

  • Die Fuji X10 kann man so einstellen, daß sie kaum Strom braucht. Wenn man den Monitor ausschaltet und nur durch den optischen Sucher schaut braucht die Kamera kaum Strom. Das ist ein großer Vorteil. Im Gegensatz zu einem elektronischen Sucher braucht er keinen Strom für ein Echtbild. Da der Zoomring der Kamera ebenfalls von Hand gedreht wird, gibt es auch dabei keinen Stromverbrauch. Das ermöglicht viele Fotos. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Der optische Sucher ist zudem optimal, weil er groß genug ist ohne wuchtig zu sein und ich nie den Eindruck hatte, ein Mini-Guckloch als Notlösung zu haben wie bei anderen Kameras.
  • Die Olympus XZ-10 ist sehr klein und dennoch griffig. Die Kamera hat einen superschnellen Autofokus und ist durch ihre Vielfalt an Einstellungsmöglichkeiten in Verbindung mit wirklich guten professionellen Erfordernissen wie schneller RAW-Speicherung, Einstellrad um das Objektiv, scharfes Display und den vielen kreativen Möglichkeiten eine echte Powerbox in der Hosentasche. Hinzu kommt, daß die Kamera 26 bis 130mm abdeckt und durch einen „Super-Resolution-Zoom“ Digitalzoom  bis auf 260mm erweiterbar ist (leider ohne RAW), wobei man auf den jpgs keine Verschlechterung mit dem bloßen Auge entdeckt.
  • Die Lumix LF-1 ist noch kleiner und ein technisches Powerpaket mit Sucher. Der Sucher der Fuji X-10 ist besser, aber dafür daß die Kamera nur knapp halb so groß ist, hat sie einen wirklich nutzbaren Sucher. Zudem ist sie schnell und hat raw. Auch das Menü gefällt überwiegend.

Damit sind die nächsten zehn Jahre in der Streetphotography dann optimal vorbereitet.

Kleine Kameras, schnelle Kameras, gute Kameras.

Und ich würde die bisherigen Kameras weiter benutzen …

Natürlich gibt es auch noch andere gute Kameras. Firmen wie Leica, Fuji, Canon, Nikon, Ricoh etc. buhlen um die Gunst der Käufer. Sie beauftragen Fotografen, damit Kurse zu machen und plötzlich ist jeder Streetfotograf und alle wissen alles. Nun gut.

Ich praktiziere dies alles nun seit mehr als zehn Jahren, komme aus der Tradition von Henri Cartier-Bresson, habe vielfältige Artikel, Bücher und Fotostrecken dazu publiziert und denke, daß dieser Artikel etwas vermittelt, was sonst so eher nicht zu finden ist.

In diesem Sinne

Nachtrag im Jahre 2016:

Man kann ja immer neue Artikel schreiben. Aber ich finde es manchmal viel interessanter, wenn ein Artikel im Laufe der Jahre ergänzt wird so wie hier. Nun schreiben wir das Jahr 2016 und die optischen Sucher werden weitgehend durch elektronische Sucher abgelöst. Alle meine Argumente für die Fuji X10 stimmen noch. Aber wenn es keine Kameras mit optischen Suchern mehr gibt und man ein aktuelles Kameramodell kaufen möchte, was dann?

Dazu habe ich einen Artikel geschrieben und mich gefragt, welche Kamera Henri Cartier-Bresson sich heute kaufen würde.

Vielleicht findet er ihr Interesse.

Text 1.5

 

 

Dies ist eine urheberrechtlich geschützte Arbeit. Bitte unterstützen Sie uns durch Verlinkung und Hinweis an anderer Stelle.

Ich bitte Sie um eine Bewertung dieses Artikels

Bewertung 5 Sterne aus 18 Meinungen

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*